Lesbische Auslese - Das Lesbische Quartett

Kritisch lustvoll polemisch erotisch

Nach dem Vorbild des Literarischen Quartetts besprechen 4 Damen unterschiedlichster Gesellschaft lesbische Bücher, bejubeln, zerreißen sie oder lassen die ein oder andere gute Seite dran.
Die Kritikerinnen der vierteljährlichen illustren Runde sind:
Dr. Laura Méritt, Sexpertin, Autorin und Kommunikationswissenschaftlerin / Katrin Raum, Supervisorin und Coach / Ahima Beerlage, Autorin und Moderatorin. Jokerin: eine Gästin aus dem Literaturbetrieb

Ziel des Quartetts ist es, lesbische Literatur auf informative und amüsante Art sichtbar zu machen und an die Frau zu bringen. Dazu lässt frau lesen, - denn lesen macht lesbisch - und kurz und gut verschiedene Positionen dazu einzunehmen: kritisch lustvoll und polemisch erotisch.

Die Bücher werden gemeinsam ausgewählt und kommen aus verschiedenen Genres und Kategorien. Eine Klassikerin ist unabdingbarer Bestandteil, ein Sachbuch, ein Roman und ein Buch aus der Abteilung Sex & Crime, Krimi, Comic o.ä. und natürlich Neuerscheinungen. Nach der Vorstellung der Teilnehmerinnen und einem Kurzinterview mit der Gästin, wird erst eine Inhaltsangabe des zu besprechenden Buches gegeben, um dann die Diskussion zu eröffnen. Dabei hat sich als Stilmittel des Quartetts eingebürgert, dass jede sich mit einem Accessoire aus dem vorzustellenden Buch versieht oder gar eine Person daraus darstellt, was zu charmanten Verkleidungen und Rollenspielen führt. Die Moderation erfolgt reihum, so dass jede einmal in der leitenden Position schwimmen kann. Zum Schluss geben die Kritikerinnen noch ihre ganz persönlichen Lesetipps fürs nächste Quartal ab. Musikalisch ein- und ausgeleitet wird das Quartett von einem von Amelie Zapf eigens komponierten Jingle.

Die lesbische Auslese geht ins zwölfte erfolgreiche Jahr und erfreut sich großer Beliebtheit. Jedes Quartett brachte überraschende Wendungen zutage und die Diskutantinnen brachen immer wieder aus Rollenerwartungen aus. Die Mischung der Bücher und die Persönlichkeit der Gästin setzen zudem jedes Mal andere Energien frei. Legendär war die spontan von Katrin Raum und Laura Méritt gespielte Lesung aus dem Roman „Mrs.Medina“ von Ann Wadsworth in Anwesenheit von Antje Wagner, überraschend die protestierenden Zurufe der auf der Bühne besprochenen Autorin Antje Struwel, umwerfend die Boa schwingende Gertrud Lehnert bei der Vorstellung der verloren Wimper von Karen McLeod und mitreißend der inszenierte? Orgasmus von Laura Méritt bei der Besprechung von Annie Sprinkles Handbuch „Nie wieder Blümchensex“.

Das Konzept „Lesbische Quartett“ sah ursprünglich eine Talkrunde vor, in denen sich renommierte Szenegrößen der Berliner Subkultur über deutschsprachige sowie europäische Literatur von oder über Lesben austauschten. Es wurde 1999 von der schwulen Buchhandlung Chronika aufgebracht und in voller Kreuzberger Passionskirche monatlich durchgeführt. Die Vips waren die Journalistin Manuela Kay und die Sexpertin Laura Méritt, die Rolle des Mannes in der ausschließenden Frauenrunde verkörperte der Verleger Jim Baker vom Querverlag.
2006 wurde auf Initiative von Andrea Krug vom Verlag Krug & Schadenberg, Ilona Bubeck vom Querverlag und Christiane Hahn von der Buchhandlung Anakoluth das lesbische Quartett wiederbelebt und zur Auslese erklärt.
Die Literaturprofessorin Gertrud Lehnert und die Sprachwissenschaftlerin
Dr.Laura Méritt gaben die wissenschaftlichen Kompetenzen, Christiane Hahn
die fachlich bewanderte Buchhändlerin und Katrin Raum verkörperte als
unbelesenes lesbisches Blatt die „gemeine Leserin“.
Anfänglich saß Christiane Hahn als feste vierte Person mit in der Talkrunde, übernahm ab dem 4.Quartett dann stärker die Organisation und betreute den voll bestückten Bücherstand. Die Gästin wurde als erfrischende Konstante eingeführt. Nach der 8. Auslese stand ein weiterer Wechsel an, Gertrud Lehnert gab den literarischen Stab an die Autorin Ahima Beerlage weiter und den Bücherstand übernahm eine Mitarbeiterin des schwulen Buchladens Eisenherz. Seitdem geht immer wieder mittwochs die illustre Rund ins wogende Wortgefecht.